Meine Reise in die Improvisation…

Der Faszination von Schauspiel und Theater konnte ich mich noch nie entziehen. Schon als Kind habe ich davon geträumt, einmal auf der Bühne zu stehen – oder zumindest mal in der ZDF-Hitparade aufzutreten.

Undenkbar, habe ich immer gedacht: Lampenfieber, außerhalb der Routine agieren, unvorhersehbaren Situationen begegnen, auf Menschen zugehen, sich vor einem Publikum öffnen . Schweißausbrüche – zittrige Stimme – Atemnot – Blackout… Und selbst, als ich mich 1996 dazu entschloss, im Musical Dome Köln endlich einmal Theaterluft von Innen zu schnuppern und für das Musical Gaudi im Vorderhaus arbeitete, war ich immer der erste, der geflüchtet ist, wenn es darum ging, eine Statistenrolle auf der Bühne zu übernehmen.


Ja, ich weiß… An dieser Stelle möchte dann immer alle wissen: Was hat der denn gelernt? Wie sieht denn sein Lebenslauf aus? Also in etwa so:


Vor 9 Jahren habe ich mir einen kleinen, nachdrücklichen und entscheidenden Ruck gegeben. Ich musste es einfach noch einmal ausprobieren. Geprägt von fast 30 Jahren Vertriebstätigkeit als Betriebswirt und Managementassistent mit all dem Druck, der Hektik, dem Konkurrenzkampf, der angespannten Stimmung war ich auf der Suche nach einem effizienten Ausgleich. Fasziniert von dem Humor, der Schlagfertigkeit, der Spontaneität und dem Teamwork, welches Improspieler auf der Bühne mit einer scheinbar mühelosen Leichtigkeit und einer starken Prise positiver Energie zum Besten geben, trat ein – zugegeben mit einem flauen Gefühl im Magen – in die Welt der Improvisation.

Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass dieser Ruck mein komplettes Leben auf den Kopf stellen würde…

Ich stürzte mich in die obligatorischen Improvisations-Aufbau-Kurse für Anfänger und schloss diese 2015 mit dem Soloprojekt Elmar Keller-Berghausen ab. Eine Zeit großer, intensiver Gefühle und zahlreicher Grenzwerterfahrungen – die nicht immer positiver Natur waren – lag hinter mir. Und am Ende konzipierte ich die tragische Figur Elmar Keller-Berghausen. Ein Souffleur, der darunter zu leiden hatte, sich immer im Schatten der großen Figuren auf der Bühne bewegen zu müssen. Vereinsamt, dominiert von seiner Mutter und von der Liebe enttäuscht, fristete er sein Dasein in einer kleinen Wohnung – umgeben von unzähligen Stofftieren. Das markante an dieser Figur war, dass Elmar das Ende jeden gesprochenen Satzes flüsternd wiederholte. Tragisch und auch ein bisschen gruselig. Da konnte dem Zuschauer schon mal das Lachen im Halse stecken bleiben. Mir übrigens auch…

Es folgten drei Inszenierungsprojekte in der Comedia Köln unter der Regie von Anja Schöne, zwischenzeitlich Leiterin der Kinder- und Jugendtheatersparte in Hagen. Sehr frei nach Woody Allen durfte ich in  GOTT  einen rappenden römischen Schauspieler mit „Werbe-Spot-Erfahrung“ und einen liebestollen Sklaven zum Besten geben.

In  All flights delayed tonight  schlüpfte ich in die Rolle des fahrenden Verkäufers Bernardo, der tagsüber am Flughafen Bocadillos verkaufte und nachts seine Schürze gegen Plateauschuhe und Discofummel tauschte. Mit seinen Auftritten gedachte er seiner verstorbenen Show-Partnerin Bernadette. Mein persönliches Highlight bei diesem Stück war übrigens nicht die Tanzperformance in sehr unbequemen Plateauschuhen zu I´m so excited von den Pointer Sisters. Nein, es war eine selbst geschriebene Grabrede – ausschließlich bestehend aus Texten der schwedischen Gruppe ABBA. Diese Szene hatte ich für meine Mutter geschrieben, die wenige Monate vor der Aufführung verstorben war.

Anschließend durfte ich die Plateauschuhe gegen eine Jogginghose tauschen. Yes! In Stuck in the Park wurde ich zu Zange, einen Kleinkriminellen mit Sprachfehler. Sein Revier: der Stadtpark. Großes Herz – kleines Hirn und immer an seiner Seite: Kampfhund Lady und seine Kumpels Hammer und Bohrer. Der arme Kerl stotterte oft und fand selten die richtigen Worte. (Übrigens meine Lieblingsrolle bisher)

Parallel hatte ich für mich die Improvisation nach Keith Johnstone entdeckt. Bei der clamotta Improschule in Köln besuchte ich regelmäßig Kurse, die mit einem kleinen Auftritt abgeschlossen wurden. Wir gründeten die Clamotta IMPRONAUTEN

No more Drama …

just positive Energie …

Positiver Humor, der wertschätzende Umgang und das spielerische Verlassen der Komfortzonen – das clamotta Improfieber hatte mich infiziert: No more Drama – just positive Energie… Und mir wurde langsam bewusst, dass ich das hier entdeckte nicht nur auf der Bühne anwenden konnte. Das Training bei der clamotta hatte auch positiven Einfluss auf mein Berufs- und Privatleben. Plötzlich fiel es mir viel leichter mit Menschen auf einer positiven und wertschätzenden Ebene zu kommunizieren – ich fühlte mich stärker, entspannter und vor allem war ich im Alltag viel besser gelaunt… Und ganz wichtig: Zweifel, Bedenken und Verschlossenheit wichen Neugierde, Enthusiasmus und positiver Energie. Das war unglaublich hilfreich. Im Kontakt mit Kunden, Vertriebspartnern, Kollegen, Freunden – bei Vorstellungsgesprächen und bei dem Versuch erste Workshops auf die Beine zu stellen. Ich konnte endlich wieder JA! sagen zu mir und dem, was ich tat und hatte ganz nebenbei eine neue Leidenschaft entdeckt.

Neben dem Schauspielkurs bei der Musikhochschule Köln, habe ich verschiedene Weiterbildungen im Bereich der Angewandten Improvisation besucht – mich intensiv mit Achtsamkeit, Resilienz, Selbswirksamkeit, Teamwork, Mobbing und Burnout beschäftigt. Ja, selbst vor Butoh habe ich nicht Halt gemacht. Ich probiere halt so wahnsinnig gerne neues aus. Und wenn es passt, lasse ich es gerne auch mal in meine Erlebnis-Work-Shops einfließen. Und natürlich habe ich ganz viel Impro auf der Bühne und mit meiner kleinen aber feinen und unentbehrlichen Gruppe gespielt. Da war es eigentlich nur ein logischer, nächster Schritt, die Weiterbildung ZAI® zu machen. Meinen Abschluss zum  ZAI® Trainer / Trainer für Angewandte Improvisation habe ich 2019 mit einem Workshop zum Thema „Burnout-Prophylaxe erfolgreich abgeschlossen.

Warum Ihr unbedingt einen Erlebnis-Work-Shop beim mir besuchen solltet… 🙂

Ist das nicht super?

Mit Angewandter Improvisation Positive Grundeinstellung und Widerstandsfähigkeit stärken…

… und das mit nicht unerheblichem Spaß und feel-good-effect…


Meine Vertriebstätigkeit habe ich nach fast 35 Jahren „an den Nagel gehängt“ und bin jetzt bei einem Unternehmen tätig, welches Lösungen und Unterstützung für Mitarbeiter in allen Lebenslagen anbietet. Von der Betreuung für Kindern, pflegebedürftiger Angehöriger über Lebenslagencoaching, Krisenberatung bis zu Gesundheitsprävention und Weiterbildung.

Selbstverständlich bleibe ich dem Vertrieb auch weiterhin treu – alte Liebe rostet ja bekanntlich nicht – indem ich mit meinen Erlebnis-Work-Shops die Förderung von Qualität und Effizienz anbiete. Ganz nach den Leitsätzen:

Steht der Mensch im Mittelpunkt ist das die beste Marketingstrategie

Wer Dienstleistungen wirklich liebt, wächst jeden Tag mit seinen Kunden und Mitarbeitern


Ich habe erlebt, wie die Angewandte Improvisation mein Leben und meine Sichtweisen positiv verändert hat. Darum möchte ich teilen, wie ich sie erlebt habe und wie ich sie erlebe. Mit der Angewandten Improvisation ist es wie mit diesem Kalenderspruch, den man eigentlich nur noch flüsternd von sich geben darf: Der Weg ist das Ziel. Denn die Angewandte Improvisation entwickelt sich immer weiter und mit offenen Augen und offenem Herzen lernt man täglich etwas hilfreiches hinzu.

Ich möchte jeden ermutigen, sein Leben auf diese Weise entspannter, offener, neugieriger, mit gestärkter Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Vertrauen – ganz viel Humor, Energie und einer Positiven Grundeinstellung zu gestalten.

Und ich freue mich darauf, Euch dabei zu begleiten.

Mit lieben Grüßen