Empathie fängt da an, wo Bewertung endet…

… war sicherlich eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten vier Webinare.

Stellen wir uns für einen Moment eine Welt vor, in der wir nur einige der Basics gelungener Kommunikation leben würden: Offenheit, Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit, Neugierde, Wohlwollen, Empathie… Es ist kaum vorstellbar, welche Energie wir gemeinsam entwickeln und wie viele Herausforderungen an Macht und Schrecken verlieren würden. Kaum vorstellbar, wie sich der Druck, unsere Ängste, unsere Unsicherheiten in positive Energie wandeln und Raum für Verbindung, Kreativität, Motivation und gute Laune schaffen würde.

Wir könenn bei uns anfangen… in ganz kleinen Schritten. Indem wir unsere Sprache reflektieren, unsere Wertschätzung nach innen und außen tragen und, indem wir Verantwortung für die Gefühle übernehmen, die wir gewollt oder ungewollt ausösen. Und dabei muss man noch nicht einmal perfekt sein – vermeidliche Fehler zu machen ist normal – ja, sogar gewünscht. Denn das macht uns Menschen aus, so bleiben wir authentisch.

Meine letzten vier Webinare haben gezeigt, dass das Bedürfnis vorhanden ist und hoffentlich haben sie auch gezeigt, dass dieses Vorhaben von Gelassenheit und Humor geprägt ist. Also, dass gelungene Kommunikation Spaß macht.

In Zeiten des „woken Schwachsinns“ – Wie woke bin ich wirklich?
Neben einem Test zu Bestimmung der eigenen Workeness (selbstverständlich mit einigen Augenzwinkern), haben wir WOKO, den lautstarken und polternden Wokeness-Kontrollverlierer, also quasi den Master der Empörung kennengelernt. Der leise seufzende Defensiv-Kritiker alter Ordnung, auch DEKA genannt, kam ebenso zu Wort, wie selbsternannte und echte Opfer der Wokeness. Und am Ende die Frage: Was passiert, wenn Wokeness aus unserem Verständnis verschwindet. Und glaubt mir: In einer solchen Welt möchtet Ihr nicht leben…

In meiner Reihe „Mehr als nur ein Trauerkloß“ zum Thema Umgang mit Depressionen, wurden Hintergründe der Krankheit beleuchtet und zahlreiche Kommunikationstipps, die Druck abbauen und Offenheit signalisieren, diskutiert. Wie kann ich signalisieren, dass ich da bin und immer ein offenes Ohr und Herz habe. Und selbstverständlich ging es auch darum, wie wir uns selbst stärken können, um Betroffene zu unterstützen.

Eine ganz besondere Fahrt mit einem Fahrstuhl der Emotionen des beruflichen Alltags habe wir in „Cool bleiben, auch wenn´s kocht“ durch die Welt der emotionalen Intelligenz gemeinsam unternommen. Anhand des Modells von Daniel Goleman gab es Tipps, Hintergrundinformationen, Übungen, Denkanregungen und Reflektionsfragen zu den einzelnen Säule. Und es gab erstmalig zu Beginn und zum Ende kleine Poetry-Slam-Blöcke zum Thema. Ob das jemand bemerkt hat?

Gewohnt bunt ging es in meiner Reihe „#communicate fresh 2025“ zu. Diesmal zum Thema „Nix darf man mehr sagen“. Heißt diskutiert und nicht „ganz ohne“. Das Thema erregt aktuell die Gemüter. Ich hoffe, ich konnte auch hier ein bischen zur Gelassenheit aufrufen und Humor ins Spiel bringen.

Wie Ihr seht, liegen wieder turbulente Tage hinter mir. Einen herzlichen Dank an alle, die diese Webinare besucht haben, für die tolle Unterstützung im technischen und seelischen Support sowie an den pme Familienservice, der mir die Möglichkeit gibt, über Herzensthemen zu sprechen.

Ich freue mich schon auf die nächste Runde.

Bleibt gelassen, bleibt optimistisch und bleibt freundlich…
Liebe Grüße
Wolli (he/him)
ZAI-Tainer, Referent, Coach


Die Zeit des „woken Schwachsinns“

Ein Vortrag zwischen Cancel Culture, Kulturkampftaktik und kollektiver Verwirrung

Mancheine:r mag sich fragen: Wie konnte es nur soweit kommen?
In den 1930igern und 1960igern noch als „Aufschrei“ gegen Rassimus verstanden, hat heute alles rund um die Begrifflichkeit Wokeness einen eher verwirrenden Beigeschmack. Manchmal löst alleine der Gedanke daran, dass „etwas woke“ sein könnte, Panikattaken oder sogar Agressionen aus.

Aber – Wer ist eigentlich woke, wer nicht und warum?
Und vor allem: Was bedeutet es, woke zu sein und welche Folgen hat es, Wokeness zu canceln? Was hat die heutige Debatte noch mit Rassismus zu tun?
Und wer profitiert von dieser oftmals inszenierten Debatte?

„Woke“ war ursprünglich ein Weckruf – heute ist es oft ein Aufreger…

Vom solidarischen Appell zur Wachsamkeit zum ideologisch aufgeladenen Kampfbegriff. Geht es womöglich schon lange nicht mehr „nur“ um Empathie, Achtsamkeit und Gerechtigkeit?

In diesem Vortrag schauen wir mit Humor, Ironie und einer gehörigen Portion kritischer Neugier auf eine Debatte, die mehr über uns aussagt, als es auf den ersten Blick scheint.

Wir machen den Selbsttest, prüfen wer Opfer und Nutznießer dieser Debatte sind und geben Tipps, wie wir mit „zuviel Wokeness“ umgehen können.

Das wird spannend!

Liebe Grüße
Euer Wolli (he/him)
ZAI-Trainer / Referent / Coach

Diversity nervt!

Meine Diversität

Warum nervt mich das Thema Diversity?
Warum soll ich mir Gedanken darüber machen, welches Geschlecht oder welche sexuelle Identität jemand hat. Interessiert mich doch gar nicht. Soll doch jeder so machen, wie er will. Geht mich doch gar nichts an.

Warum nervt mich das Thema Diversity?
Haben wir vielleicht doch etwas falsch gemacht? Mit erhobenem Zeigefinger und mit provokanten Aktionen auf unsere Ideologien hingewiesen. Versucht, andere von unseren Ideologien mit Nachdruck zu überzeugen?

Die militante Veganerin, das halbnackte Schwulenpärchen auf dem CSD, oder auch die Aktivisten, die sich auf der Straße festkleben und Kunstgegenstände verschandeln. Und die Genderextremisten, die nicht müde werden, mich immer wieder zu korrigieren und darauf hinzuweisen, wenn ich mal nicht gegendert habe? Oder die Feministin, die alle Männer nieder machen möchte, weil jetzt „die Frauen mal dran sind“?

Diversity ist unangenehm. Da geht es nämlich darum, Defizite unserer Gesellschaft sichtbar zu machen und auf Menschen hinzuweisen, die nicht die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, wie die meisten anderen von uns. Das kann man nun sinnvoll finden oder nicht. Das blöde ist nur: Alles und Jeder, der nicht der „Norm entspricht“, findet sich früher oder später in der Kategorie „divers“ wieder. Ganz abhängig davon, wen wir diese „Norm“ definieren lassen.

Wir müssten gar nicht über Diversity diskutieren, würden wir die Fähigkeit mitbringen, Menschen, die wir nicht in den uns bekannten Schubladen unterbringen können, wertfrei, interessiert und entspannt zu begegnen. Das liegt allerdings nicht in unserer Natur, denn alles, was wir nicht kennen, nicht nachvollziehen können, riecht zunächst einmal nach Gefahr. Und genau diese Erkenntnis macht uns Menschen schwach und verletzbar. Klar, das ist frustrierend. Dann doch lieber „weg damit“. Die gute Nachricht: Wr können das lernen. Wir haben die Möglichkeit, die Genzen zu sprengen.

Diversity ist unangenehm und anstrengend.
Darum ist es einfacher, die Regenbogenfahnen langsam abzuhängen – Amerika macht es vor – viele in Deutschland aktive Unternehmen machen es nach.

Aber, was bedeutet das eigentlich, wenn Homosexuelle, Transmenschen, Frauenrechte, Behinderte, Religionsfreiheit, alte Menschen, Ausländer etc. langsam aus unserem Bewusstsein verschwinden? Müssen wir dann zukünftig alle so sein – so leben – so aussehen wie Trump, Vance, Urban und Weidel? Müssen wir hinnehmen, dass Menschen in der Gesellschaft oder auch im Job ungerecht behandelt werden, weil eben diese Typen die Normen für uns festlegen? Oder geht es darum, dass wir divers oder nicht, einfach die Klappe halten und Missstände hinnehmen sollen?

Diversity ist unangenehm und anstrengend.
Andererseits können wir überall dort, wo über Diverstiy gesprochen wird – wo Diversity gelebt wird, einfach so ein, wie wir sind – solange wir andere Menschen nicht schädigen. Wir können uns geben, wie wir sind. Wir können sagen, was wir wollen. Wir können unser Potential ausschöpfen. Überall dort, wie über Diversity gesprochen wird, finden wir einen Safe-Space für unsere inneren Werte.

Nimmt das nicht jedem von uns wahnsinnig viel Druck?
Wäre es nicht wunderbar, seine eigene Verletzbarkeit nicht mehr verstecken zu müssen?
Wäre es nicht befreiend, in einer Gemeinschaft stark sein zu dürfen, ohne dieses „verkrampfte Anpassen“ um jeden Preis – damit man gefällt? Könnten wir diese Enegie, die es braucht, sich zu verbiegen, nicht sinnvoller einsetzen?

Lasst uns doch einfach mal wieder miteinander reden, verschiedene Lebensweise akzeptieren und vielleicht sogar Anregungen für uns selbst aus dieser Offenheit ziehen. Das wäre doch richtig cool!

Ich möchte nicht, dass Frauen sich Gedanken darüber machen müssen, ob sie genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Ich möchte nicht, dass Homosexuelle Angst vor einem Outing der Kolleg:innen haben – schließlich arbeiten die als Menschen im Unternehmen. Ich möchte, dass Gefühl haben, dass ich über alles reden kann, ohne verurteilt zu werden.

Ich möchte nicht über Diversität sprechen.
Ich möchte über Freundlichkeit, Toleranz, Offenheit und Wertschätzung sprechen.
Ich möchte über ein WIR sprechen, damit wir Herausforderungen gemeinsam meistern und Probleme gemeinsam aus der Welt schaffen können.
Ihr auch?

Liebe Grüße
Euer Wolli (he/him)

Resilienz hat gerockt!

Liebe Leser:innen,

gestern hat Resilienz (mal wieder) gerockt.

Eine spannende Reise lag hinter mir, bevor ich gestern diesen Vortrag gehalten habe. Es war der Versuch, Resilienz aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
„Resilienz rockt“ hatte nicht den Anspruch, mit Lösungen und Übungen aufzuwarten. Vielmehr war mein Ziel, Impulse und Denkanstöße zu geben, damit wir zwischendurch auch einmal in die Reflektion kommen.

Gestartet sind wir mit einem Songext zum Webinar, den ChatGPT geschrieben hat. Zugegeben, an der ein oder anderen Stelle ein wenig verwirrend, zeigte dieses Experiment einmal mehr, dass eine KI unsere eigenen Gedanken und Gefühle nicht so in Worte fassen kann, dass es der Individualität unserer Persönlichkeiten gerecht wird.

Neben vielen Gedanken zur kontextspezifischen Selbstwirksamkeit, habe ich das Resilienzdreieck, die verschiedenen Variationen der Dankbarkeit und die Positive Grundeinstellung noch einmal vorgestellt.


Alles mit den Fragen verbunden,
– in welche „Rolle“ wollen wir schlüpfen?
– Privat authentisch – im Job funktional?
– Was macht Erwartungshaltung mit uns und anderen?
– Wie kommen wir da hin: Bye bye Erwartungsdruck – hallo innere Freiheit?
– Wie können wir unseren Körper nutzen, wenn uns das Lampenfieber packt?
– Wie schaffen wir einen Raum für unsere Kompetenzen und Ressourcen?
– Wie entwickeln wir Mut zu „Unperfektheit“

Aufgrund der aktuellen Diskussionen haben wir die Bands Dankbarkeit und Positive Grundeinstellung in ein Battle geschickt. Wer hat wohl gewonnen?

Resilienz rockt:

„Resilienz ist wie ein guter Song: Du kannst nicht jede Note kontrollieren – aber du entscheidest, wie du spielst.“
„Resilienz ist der innere Beat, der dich weiterspielen lässt, selbst wenn das Leben den Takt ändert.“
„Resilienz ist wie Improvisation auf der Bühne: Du stolperst übers Kabel – und machst ’ne Show draus.“
„Resilienz ist keine harte Schale, sondern die Fähigkeit, auch schiefe Töne in eine neue Melodie zu verwandeln.“
„Resilienz ist die Kunst, aus jedem Rückschlag eine Zugabe zu machen.“
„Resilienz ist nicht, wenn alles perfekt läuft – sondern wenn du trotzdem die Bühne rockst.“

… und darum : Resilienz rockt

Liebe Grüße
Wolli (he/him)