Zum Jahresende darf man kurz stehen bleiben. Durchatmen. Dieses Jahr hatte Tempo. Es hatte Kurven. Es war spannend – und manchmal schlicht anstrengend. Wir haben gelernt, gelacht, gezweifelt, weitergemacht. Nicht immer elegant, aber meist mutig.
Jetzt darf 2025 den Mantel ablegen und sich verabschieden. Und 2026 klopft schon an – mit neuen Abenteuern im Gepäck, ungeplanten Begegnungen, kleinen Umwegen und großen Geschichten.
Lass uns neugierig bleiben. Gelassen, wo es möglich ist. Humorvoll, wo es nötig ist. Und bereit, wieder loszugehen – nicht perfekt, aber lebendig.
Auf ein neues Jahr voller Menschlichkeit, Leichtigkeit und dem Mut, das Leben nicht zu ernst zu nehmen.
Viel Spaß und Liebe Grüße Wolfgang Boy ZAI-Trainer / Referent / Coach / MHFA Ersthelfer für psychische Gesundheit
Hallo Ihr Lieben, Vorweihnachtszeit: Überfüllte Fußgängerzonen, Gedränge vor dem Glühweinstand und wieder kein Schnee (bis jetzt). Das ist die Zeit der Erwartungen, Verpflichtungen und vollen Terminkalendern.
Keine Lust drauf?
Dann nutze jetzt noch die Möglichkeit, im Sinneswald Deine „Komfortzone aufzupimpen“.
Mit einem ErlebnisWorkShop für die Sinne und einem entspannten kleinen Spaziergang durch den Sinneswald, werden wir an diesem Tag Gedanken und Gefühle fließen lassen und uns stärken für die bevorstehenden Festtage.
Lasst uns gemeinsam den Dezember zum Wohlfühlmonat ernennen, damit wir die bevorstehenden Feiertage mit Freude und mit allen Sinnen genießen können:
Endlich. Knut und Frida sind in Köln angekommen. Die beiden haben eine lange Reise hinter sich und werden mich bei meinem ErlebnisVortrag unterstützen:
VA_98928 Nur Mut, Knut… – Mutige Kommunikation nicht nur für Mutige Fachvortrag mit Wolfgang Boy Donnerstag, 14.08.2025 von 15:00 bis 16:00 Uhr virtuell über ZOOM beim pme Familienservice
Wir begleiten Knut auf seinem Weg ins Mut-Trainings-Center, wo der Mut-Muskel mit kommunikativen Mitteln gestärkt wird und erleben Knuts Veränderung. Du wirst erstaunt sein!
Wir schauen uns die 3 Kommunikationswerkzeuge gegen Angst und Selbstzweifel an, zeigen, wie Smalltalk zum positiven Erlebnis wird und geben Tipps zum wertschätzenden „Nein“ sagen.
Erlebe diesen kommunikativen Mut-Booster. Entdecke, wie Du Deine innere Stimme und Dein Kopfkino positiv nutzen kannst.
Mit den Tipps von Knut wirst Du zum kommunikativen Alltagshelden jedes Meetings… oder eben zum Partykönig bzw. zur Partykönigin.
Mehr Infos gibt es hier:
Ich freue mich auf Dich! Wolfgang Boy (he/him) ZAI-Trainer – Referent – Coach
… war sicherlich eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten vier Webinare.
Stellen wir uns für einen Moment eine Welt vor, in der wir nur einige der Basics gelungener Kommunikation leben würden: Offenheit, Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit, Neugierde, Wohlwollen, Empathie… Es ist kaum vorstellbar, welche Energie wir gemeinsam entwickeln und wie viele Herausforderungen an Macht und Schrecken verlieren würden. Kaum vorstellbar, wie sich der Druck, unsere Ängste, unsere Unsicherheiten in positive Energie wandeln und Raum für Verbindung, Kreativität, Motivation und gute Laune schaffen würde.
Wir könenn bei uns anfangen… in ganz kleinen Schritten. Indem wir unsere Sprache reflektieren, unsere Wertschätzung nach innen und außen tragen und, indem wir Verantwortung für die Gefühle übernehmen, die wir gewollt oder ungewollt ausösen. Und dabei muss man noch nicht einmal perfekt sein – vermeidliche Fehler zu machen ist normal – ja, sogar gewünscht. Denn das macht uns Menschen aus, so bleiben wir authentisch.
Meine letzten vier Webinare haben gezeigt, dass das Bedürfnis vorhanden ist und hoffentlich haben sie auch gezeigt, dass dieses Vorhaben von Gelassenheit und Humor geprägt ist. Also, dass gelungene Kommunikation Spaß macht.
In Zeiten des „woken Schwachsinns“ – Wie woke bin ich wirklich? Neben einem Test zu Bestimmung der eigenen Workeness (selbstverständlich mit einigen Augenzwinkern), haben wir WOKO, den lautstarken und polternden Wokeness-Kontrollverlierer, also quasi den Master der Empörung kennengelernt. Der leise seufzende Defensiv-Kritiker alter Ordnung, auch DEKA genannt, kam ebenso zu Wort, wie selbsternannte und echte Opfer der Wokeness. Und am Ende die Frage: Was passiert, wenn Wokeness aus unserem Verständnis verschwindet. Und glaubt mir: In einer solchen Welt möchtet Ihr nicht leben…
In meiner Reihe „Mehr als nur ein Trauerkloß“ zum Thema Umgang mit Depressionen, wurden Hintergründe der Krankheit beleuchtet und zahlreiche Kommunikationstipps, die Druck abbauen und Offenheit signalisieren, diskutiert. Wie kann ich signalisieren, dass ich da bin und immer ein offenes Ohr und Herz habe. Und selbstverständlich ging es auch darum, wie wir uns selbst stärken können, um Betroffene zu unterstützen.
Eine ganz besondere Fahrt mit einem Fahrstuhl der Emotionen des beruflichen Alltags habe wir in „Cool bleiben, auch wenn´s kocht“ durch die Welt der emotionalen Intelligenz gemeinsam unternommen. Anhand des Modells von Daniel Goleman gab es Tipps, Hintergrundinformationen, Übungen, Denkanregungen und Reflektionsfragen zu den einzelnen Säule. Und es gab erstmalig zu Beginn und zum Ende kleine Poetry-Slam-Blöcke zum Thema. Ob das jemand bemerkt hat?
Gewohnt bunt ging es in meiner Reihe „#communicate fresh 2025“ zu. Diesmal zum Thema „Nix darf man mehr sagen“. Heißt diskutiert und nicht „ganz ohne“. Das Thema erregt aktuell die Gemüter. Ich hoffe, ich konnte auch hier ein bischen zur Gelassenheit aufrufen und Humor ins Spiel bringen.
Wie Ihr seht, liegen wieder turbulente Tage hinter mir. Einen herzlichen Dank an alle, die diese Webinare besucht haben, für die tolle Unterstützung im technischen und seelischen Support sowie an den pme Familienservice, der mir die Möglichkeit gibt, über Herzensthemen zu sprechen.
Ein Vortrag zwischen Cancel Culture, Kulturkampftaktik und kollektiver Verwirrung…
Mancheine:r mag sich fragen: Wie konnte es nur soweit kommen? In den 1930igern und 1960igern noch als „Aufschrei“ gegen Rassimus verstanden, hat heute alles rund um die Begrifflichkeit Wokeness einen eher verwirrenden Beigeschmack. Manchmal löst alleine der Gedanke daran, dass „etwas woke“ sein könnte, Panikattaken oder sogar Agressionen aus.
Aber – Wer ist eigentlich woke, wer nicht und warum? Und vor allem: Was bedeutet es, woke zu sein und welche Folgen hat es, Wokeness zu canceln? Was hat die heutige Debatte noch mit Rassismus zu tun? Und wer profitiert von dieser oftmals inszenierten Debatte?
„Woke“ war ursprünglich ein Weckruf – heute ist es oft ein Aufreger…
Vom solidarischen Appell zur Wachsamkeit zum ideologisch aufgeladenen Kampfbegriff. Geht es womöglich schon lange nicht mehr „nur“ um Empathie, Achtsamkeit und Gerechtigkeit?
In diesem Vortrag schauen wir mit Humor, Ironie und einer gehörigen Portion kritischer Neugier auf eine Debatte, die mehr über uns aussagt, als es auf den ersten Blick scheint.
Wir machen den Selbsttest, prüfen wer Opfer und Nutznießer dieser Debatte sind und geben Tipps, wie wir mit „zuviel Wokeness“ umgehen können.
Warum nervt mich das Thema Diversity? Warum soll ich mir Gedanken darüber machen, welches Geschlecht oder welche sexuelle Identität jemand hat. Interessiert mich doch gar nicht. Soll doch jeder so machen, wie er will. Geht mich doch gar nichts an.
Warum nervt mich das Thema Diversity? Haben wir vielleicht doch etwas falsch gemacht? Mit erhobenem Zeigefinger und mit provokanten Aktionen auf unsere Ideologien hingewiesen. Versucht, andere von unseren Ideologien mit Nachdruck zu überzeugen?
Die militante Veganerin, das halbnackte Schwulenpärchen auf dem CSD, oder auch die Aktivisten, die sich auf der Straße festkleben und Kunstgegenstände verschandeln. Und die Genderextremisten, die nicht müde werden, mich immer wieder zu korrigieren und darauf hinzuweisen, wenn ich mal nicht gegendert habe? Oder die Feministin, die alle Männer nieder machen möchte, weil jetzt „die Frauen mal dran sind“?
Diversity ist unangenehm. Da geht es nämlich darum, Defizite unserer Gesellschaft sichtbar zu machen und auf Menschen hinzuweisen, die nicht die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, wie die meisten anderen von uns. Das kann man nun sinnvoll finden oder nicht. Das blöde ist nur: Alles und Jeder, der nicht der „Norm entspricht“, findet sich früher oder später in der Kategorie „divers“ wieder. Ganz abhängig davon, wen wir diese „Norm“ definieren lassen.
Wir müssten gar nicht über Diversity diskutieren, würden wir die Fähigkeit mitbringen, Menschen, die wir nicht in den uns bekannten Schubladen unterbringen können, wertfrei, interessiert und entspannt zu begegnen. Das liegt allerdings nicht in unserer Natur, denn alles, was wir nicht kennen, nicht nachvollziehen können, riecht zunächst einmal nach Gefahr. Und genau diese Erkenntnis macht uns Menschen schwach und verletzbar. Klar, das ist frustrierend. Dann doch lieber „weg damit“. Die gute Nachricht: Wr können das lernen. Wir haben die Möglichkeit, die Genzen zu sprengen.
Diversity ist unangenehm und anstrengend. Darum ist es einfacher, die Regenbogenfahnen langsam abzuhängen – Amerika macht es vor – viele in Deutschland aktive Unternehmen machen es nach.
Aber, was bedeutet das eigentlich, wenn Homosexuelle, Transmenschen, Frauenrechte, Behinderte, Religionsfreiheit, alte Menschen, Ausländer etc. langsam aus unserem Bewusstsein verschwinden? Müssen wir dann zukünftig alle so sein – so leben – so aussehen wie Trump, Vance, Urban und Weidel? Müssen wir hinnehmen, dass Menschen in der Gesellschaft oder auch im Job ungerecht behandelt werden, weil eben diese Typen die Normen für uns festlegen? Oder geht es darum, dass wir divers oder nicht, einfach die Klappe halten und Missstände hinnehmen sollen?
Diversity ist unangenehm und anstrengend. Andererseits können wir überall dort, wo über Diverstiy gesprochen wird – wo Diversity gelebt wird, einfach so ein, wie wir sind – solange wir andere Menschen nicht schädigen. Wir können uns geben, wie wir sind. Wir können sagen, was wir wollen. Wir können unser Potential ausschöpfen. Überall dort, wie über Diversity gesprochen wird, finden wir einen Safe-Space für unsere inneren Werte.
Nimmt das nicht jedem von uns wahnsinnig viel Druck? Wäre es nicht wunderbar, seine eigene Verletzbarkeit nicht mehr verstecken zu müssen? Wäre es nicht befreiend, in einer Gemeinschaft stark sein zu dürfen, ohne dieses „verkrampfte Anpassen“ um jeden Preis – damit man gefällt? Könnten wir diese Enegie, die es braucht, sich zu verbiegen, nicht sinnvoller einsetzen?
Lasst uns doch einfach mal wieder miteinander reden, verschiedene Lebensweise akzeptieren und vielleicht sogar Anregungen für uns selbst aus dieser Offenheit ziehen. Das wäre doch richtig cool!
Ich möchte nicht, dass Frauen sich Gedanken darüber machen müssen, ob sie genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Ich möchte nicht, dass Homosexuelle Angst vor einem Outing der Kolleg:innen haben – schließlich arbeiten die als Menschen im Unternehmen. Ich möchte, dass Gefühl haben, dass ich über alles reden kann, ohne verurteilt zu werden.
Ich möchte nicht über Diversität sprechen. Ich möchte über Freundlichkeit, Toleranz, Offenheit und Wertschätzung sprechen. Ich möchte über ein WIR sprechen, damit wir Herausforderungen gemeinsam meistern und Probleme gemeinsam aus der Welt schaffen können. Ihr auch?
Eine spannende Reise lag hinter mir, bevor ich gestern diesen Vortrag gehalten habe. Es war der Versuch, Resilienz aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. „Resilienz rockt“ hatte nicht den Anspruch, mit Lösungen und Übungen aufzuwarten. Vielmehr war mein Ziel, Impulse und Denkanstöße zu geben, damit wir zwischendurch auch einmal in die Reflektion kommen.
Gestartet sind wir mit einem Songext zum Webinar, den ChatGPT geschrieben hat. Zugegeben, an der ein oder anderen Stelle ein wenig verwirrend, zeigte dieses Experiment einmal mehr, dass eine KI unsere eigenen Gedanken und Gefühle nicht so in Worte fassen kann, dass es der Individualität unserer Persönlichkeiten gerecht wird.
Neben vielen Gedanken zur kontextspezifischen Selbstwirksamkeit, habe ich das Resilienzdreieck, die verschiedenen Variationen der Dankbarkeit und die Positive Grundeinstellung noch einmal vorgestellt.
Alles mit den Fragen verbunden, – in welche „Rolle“ wollen wir schlüpfen? – Privat authentisch – im Job funktional? – Was macht Erwartungshaltung mit uns und anderen? – Wie kommen wir da hin: Bye bye Erwartungsdruck – hallo innere Freiheit? – Wie können wir unseren Körper nutzen, wenn uns das Lampenfieber packt? – Wie schaffen wir einen Raum für unsere Kompetenzen und Ressourcen? – Wie entwickeln wir Mut zu „Unperfektheit“
Aufgrund der aktuellen Diskussionen haben wir die Bands Dankbarkeit und Positive Grundeinstellung in ein Battle geschickt. Wer hat wohl gewonnen?
Resilienz rockt:
„Resilienz ist wie ein guter Song: Du kannst nicht jede Note kontrollieren – aber du entscheidest, wie du spielst.“ „Resilienz ist der innere Beat, der dich weiterspielen lässt, selbst wenn das Leben den Takt ändert.“ „Resilienz ist wie Improvisation auf der Bühne: Du stolperst übers Kabel – und machst ’ne Show draus.“ „Resilienz ist keine harte Schale, sondern die Fähigkeit, auch schiefe Töne in eine neue Melodie zu verwandeln.“ „Resilienz ist die Kunst, aus jedem Rückschlag eine Zugabe zu machen.“ „Resilienz ist nicht, wenn alles perfekt läuft – sondern wenn du trotzdem die Bühne rockst.“
im vergangenen Jahr hatte ich im Rahmen eines Workshops zum Thema Unconscious Bias eine Begegnung, die ich heute mit Euch teilen möchte. Im Rahmen der Selbstreflexion wurde folgende Frage diskutiert: „Du weißt von Deinem Kollegen, dass er unter Depressionen leidet. Heute Abend findet Eure Firmenfeier statt, und dieser Kollege hat sein Kommen angekündigt. Was ist Dein erster Gedanke?“ Die Antwort einer Teilnehmerin: „Hoffentlich bleibt der zuhause. Der vermiest uns ja allen die Stimmung.“
Ich möchte diese spontante Aussage nicht bewerten oder gar verurteilen. Auch möchte ich sie nicht pauschalisieren. Wir wissen alle: Umso weiter wir von Themen entfernt sind, umso abenteuerlicher werden unsere Assoziationen und Gedanken zu diesen Themen. Alles, was wir nicht kennen schreit „Gefahr!“ – mal lauter – mal leiser.
Und, wenn ich mir die politische Landschaft in Deutschland aktuell betrachte, ist da – nach meinem Empfinden – in den kommenden Jahren eher ein Rückgang an einem wertschätzenden Miteinander zu erwarten.
Darum ist es heute wichtiger denn je, sich anhand seriöser Quellen zu informieren und Stellung zu beziehen. Auch auf die Gefahr hin, dass man als woke beschimpft wird. Und auch darüber sollten wir einmal nachdenken: Was sagt es über Menschen aus, wenn sie über woken Schwachsinn sprechen? Woke bedeutet wachsames Bewusstsein für mangelnde soziale Gerechtigkeit – für Diskriminierung und Missstände. Und dieses Bewusstsein kann irgendwie nicht schwachsinnig sein.
Um auf die Begegnung in diesem Workshop zurückzukommen. Mich hat die Aussage der Teilnehmerin nachdenklich gestimmt und mich noch einmal darin bestärkt, auch in diesem Jahr wieder Veranstaltungen rund um das Thema Depressionen anzubieten. Der pme Familienservice NRW unterstützt mich bei diesem Vorhaben.
Ich freue mich, dass ich Euch heute die ersten 3 Termine bekanntgeben darf:
VA_97022 Mehr als nur ein Trauerkloß – Umgang mit Depressionen Fachvortrag mit Impulsen und Tipps rund um die Themen: „Wie begegne ich mit Menschen, die mit Depressionen leben. Wie kann ich sie unterstützen und was sollte ich generell über die Erkrankungn wissen“. Mittwoch, 16.04.2025 von 15:00 bis 16:00 Uhr Virtuell über ZOOM
VA_97023 Mehr als nur ein Trauerkloß – LEBEN mit Depressionen Fachvortrag mit Impulsen, Gedanken und Tipps, die das Leben mit Depressionen ein wenig bunter gestalten können. Freitag, 23.05.2025 von 15:00 bis 16:00 Uhr Virtuell über ZOOM
VA_97024 Mehr als nur ein Trauerkloß – Der Austausch Live-Austausch für Betroffene, Freunde, Kolleg:innen, Vorgesetze und Interessierte in einem sicheren, wertschätzenden und sichtbaren Rahmen. Freitag, 06.06.2025 von 15:00 bis 16:30 Uhr Freitag, 13.06.2025 von 15:00 bis 16:30 Uhr Freitag, 20.06.2025 von 15:00 bis 16:30 Uhr Virtuell über ZOOM
Ziel ist es, Berührungsängste, Hemmungen, Vorurteile abzubauen und den wertschätzenden Umgang zu stärken. Lasst uns mit alten Stigmen aufräumen und lasst uns Menshen unterstützen, die mit diesem Thema zutun haben. Lasst uns wieder ein bisschen zusammenrücken und die Menschlichkeit feiern!
Ich freue mich auf Euch. Mit besten Grüßen Wolfgang Boy (he/him)
… was nicht heißten soll, dass die Leisen nicht cool sein können…
Ich sitze in einem Coaching. Oder besser: Ich befinde mich bei der Veranstaltung eines selbsternannenten Coaches.
So richtig wohl fühle ich mich nicht. Mir ist es hier zu voll. Mir ist es hier zu laut. Mir ist es hier zu bunt. Naja, ich habe es ja nicht anders gewollt. Der Mann auf der Bühne schreit. Die Massen gröhlen. Die Musik ist viel zu bumbum.
Und es kommt, wie es kommen muss: Der laute Mann in dem schicken Anzug mit den gegelten Haaren zeigt auf mich und bittet – oder besser schreit mich nach Vorne.
„Wie ist Dein Name?“ „Wolli“ Ich spüre die Blicke der gröhlenden Masse im Rücken und bin überraschend entspannt. Behutsam, aber mit Nachdruck, dreht mich der Mann zum Publikum. „Wolli, was ist Deine größte Schwäche?“, schreit er. „Ach herrje…“, sage ich um ein wenig Zeit zu schinden. „Deine größte Angst…“ „Was meinen Sie? Meine größte Schwäche oder meine größte Angst?“ rufe ich und benühe mich vergebens seine simmtliche Lautstärke zu erreichen. „Deine größte Ängst ist Deine größte Schwäche“ Ein erstauntes „Ach was!“ rutscht mir raus, und ich muss mal wieder innerlich grinsen bei dem Gedanken an Loriot.
„Nun gut. Ich habe Höhenangst. Richtig üble Höhenangst.“, sage ich. „Und weiß Du was? Wolli, wir beide gehen zusammen Bungee Jumping, und ich verspreche Dir, Deine Höhenangst löst sich in Luft auf.“ Kurz denke ich „Was das wohl wieder kosten wird“, äußere aber ein überzeugtes „Auf gar keinen Fall!“ und lache gequält.
„Du must raus aus Deiner Komfortzone. Du musst Dich Deinen Ängsten stellen.“ Und wieder: „Ach was!“ „Ja, trete Deinen Ängsten in den Arsch.“ „In den … was?“ „Du hast mich schon verstanden!“
„Warum sollte ich das tun?“ Der Mann lacht… viel zu laut… „Damit Du Deine Ziele erreichst.“ „Äh, sorry… aber Sie kennen doch meine Ziele gar nicht.! „Du wirst Deine Ziele nicht erreichen, wenn Du nicht aus Deiner Komfortzone raus kommst und Dich Deinen Ängsten stellst.“ Ich denke kurz darüber nach, wie es sich wohl anfühlt, 50 Meter in die Höhe zu klettern und mich dann runterfallen zu lassen, und ich merke, dass sich Schweißperlen auf meiner Stirn bilden und sich eine Art schleichende Panik in mir bildet. „Und?“, schreit der Typ ins Publikum. „Ich denke, ich bleibe bei meinem – Auf gar keinen Fall – „
Irgendwie wir der Mann jetzt ein wenig ungeduldig mit mir. Vielleicht habe ich ihn auch aus dem Konzept gebracht. Er wird ein wenig nervös, irgendwie hibbelig… und er wird etwas lauter. „Du musst…“ Ach egal, ich greife mir einfach mal sein Mikrofon. „Ich würde es einmal so formulieren. Ich muss erstmal gar nix. Ich habe dazu einfach keine Lust…“ „Aber, Du willst doch…“ „Außerdem verstehe ich nicht, wie mich so ein Sprung aus 50 Metern Höhe meinem Ziel, dass wir überigens immer noch nicht einhellig definiert haben, näher bringen soll. Ich wollte mir wohl eher Gedanken darüber machen, welche Stärken ich habe, die ich einsetzen kann. Und an welchen Schwächen ich vielleicht arbeiten könnte.“ „Du könntest…“ „Ja ich weiß. Ich könnte Fotos davon machen lassen und sie bei Instagram reinsetzen. Ganz nach dem Motto: Für seinen Erfolg musste er erst einmal ganz tief fallen…“ Der Mann sagt nix – er seufzt nur. „Ja genau. Tief durch die Nase einatmen und höhrbar durch den Mund ausatmen. Das entspannt und löst die Verkrampfungen. Der Mann schaut verzweifelt ins Publikum, schaut mich an und hat anscheinend begriffen, dass ich ein „hoffnungsloser Fall“ bin bzw. irgendwie nicht in sein Beuteschema passe.
Jetzt holt er seinen letzten Trumpf raus. Er schreit ins Publikum: „Was meint Ihr?“ Die Menge gröhlt und schreit: „Springen! Springen! Springen! „. Ich kann gar nicht genau sagen, warum. Aber in diesem Moment bekomme ich einen unglaublich befreienden Lachflash.
“ Okay. Okay. Okay. Ich denke, ich möchte eher daran arbeiten, dass meine Werte gefestigt werden. Dass ich empathisch und wertschätzend bleibe. Menschen ein gutes Gefühl gebe – Menschen unterstütze. Ihr wisst schon. All diese langweiligen Sachen eben. Ihr könnt gerne springen, wenn ihr Spaß daran habt. Ich schau mir dann auch die Fotos auf Inster an.“ Der Mann schaut mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tasse im Schrank.
„Ach so. Vielleicht noch ein kleiner Tipp von mir: Manchmal ist weniger mehr. Ein bischen weniger laut, ein bischen weniger bunt, ein bischen weniger Gel – das würde vielleicht ein bisschen authentischer wirken. Beim Coaching sollten die Teilnehmenden im Vordergrund stehen – nicht der Coach. Sorry, meine Meinung! Muss aber jeder selbst wissen. Ich weiß, krass langweilig, ne? Aber irgendwie auch cool!“